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Atsch: Stadtteil im Norden von Stbg., bis 1935 zu Eilendorf  gehörend.  Die Atsch liegt im oberen (westl.) Teil der Indemulde an der Grenze zwischen Münsterkohlberg u. Eschweiler Kohlberg. Die hier lagernden Steinkohle-Flöze wurden seit dem 14 Jh. in kleinbergbaulichem Betrieb (Pingen) abgebaut.    Im Zuge der um die Mitte des 19. Jh. einsetzenden Industrialisierung ging der EBV nach dem Ausbau der Grube Atsch zu großtechn. betriebenem Bergbau über. Auf der Basis der hier u. in den benachbarten Abbaugebieten Münsterkohlberg u. Binnenwerke des Eschweiler Kohlbergs lagernden Kohle entwickelte sich die Atsch zu einem bedeutenden Industriestandort mit Betrieben der Glashüttenindustrie, der Großchemie    (Rhenania) u. der Zinkindustrie (Zinkhütte Steinfurt). Zusammen mit den Glas- u. Zinkhütten des benachbarten Münsterbusches, der Eisenhüttenindustrie am ebenfalls benachbarten Eschweiler Kohlberg u. den weiteren Steinkohlebergwerken der unmittelbaren Umgebung  bildete die Atsch das erste Industriegebiet in Deutschland.
Atsch (Grube): Ehemaliges Steinkohlebergwerk (Steinkohle) im Bereich  von Atsch Dreieck, welches zu den Außenwerken des Eschweiler Kohlberges gehörte. Der im Gebiet der Atsch seit dem 14. Jh. umgehende Kleinbergbau auf Kohle (Pingen-Bauweise) wurde im 18. Jh. durch den Einsatz von wassergetriebenen Pumpwerken (Atscher Pumpe) erweitert, so daß ein Abbaubetrieb unterhalb des Grundwasserspiegels bzw. auch unterhalb der Talsohle des Münsterbaches möglich wurde.  Am 26. Juni 1738 wurde den sogenannten Atscher Gesellen (Christophel Tilmanns, Matthias Eßer, Peter Graff, Johann Küpper, Wilhelm Ubach, Gerhard Beyer) durch Kurfürst Karl Philipp als Herzog von Jülich die Erlaubnis zum Bau einer ‘Vertiefungs-Pumpe‘ erteilt, die einen weiteren  Ausbau der Atsch zur Teufe hin ermöglichen sollte. Bis 1772 erreichte der Abbaubetrieb eine Teufe von rund 40 m. Nach weiteren 30 m hätte man das Flöz Großkohl erreicht, welches auf Grund seiner großen Mächtigkeit von besonderem Interesse gewesen wäre. Hierzu jedoch reichte die verfügbare Wasserkraft nicht aus. Der Grubenbetrieb muß vor 1784 eingestellt worden sein, da das zur Wasserhaltung benutzte Kunstgefälle dem Kupfermeister Johann Peltzer übertragen wurde. Ab 1810 diente die Wasserkraftanlage dem Betrieb der neu errichteten Atscher Mühle.              
Da sowohl die Existenz des Flözes Großkohl als auch dessen Mächtigkeit u. die damit verbundene Bauwürdigkeit bekannt waren, achteten die  Anteilseigner der Atsch darauf, die aus ihren Anteilen resultierenden Rechtsansprüche für den Fall einer Wiederaufnahme des Grubenbetriebs aufrecht zu erhalten. Allerdings setzte, hauptsächlich durch Vererbung, eine starke Zersplitterung (bis zu 1/144) der Anteile ein.                          

 Ähnlich wie schon in anderen Teilen des Eschweiler Kohlbergs, versuchte die Familie Wültgens-Englerth, Anteile der Atsch in ihren Besitz zu bringen u. den Grubenbetrieb wieder aufzunehmen. Bereits 1800 hatte Karl Englerth einen Konzessions-Antrag auf Ausbeutung der Binnenwerke sowie der Außenwerke Birkengang u. Atsch gestellt. Der Teilantrag jedoch, welcher sich auf Atsch bezog, wurde wegen mangelnder Aussicht auf Erfolg zurück gezogen.

Bis zum Jahr 1832 gelang es Christine Englerth, 62/72 aller Anteile der Atsch zu erwerben; u.a. von Andreas Edmund Graff zu Maastricht (5/72), Matthias Leonhard Schleicher (5/72), Dr. Voßen (11/72), Franz Schuppen (6/72). Lediglich der Stbg. Grobschmied Johann Rüben weigerte sich beharrlich, seinen Anteil von 10/72 zu verkaufen. Somit wurde am1.4.1832 eine Sociation civile zur Wiederinbetriebnahme der Atsch gegründet. Im September 1834 erfolgte durch Konzessionsverordnung eine  Neufestsetzung der Besitzverhältnisse auf 9/10 zu 1/10. Erst 1866 gelang es dem EBV, die Restanteile der Atsch zu erwerben.
1845 begann man mit der Neueinrichtung der Atsch. In der Nähe der von der Sebastianusstr. u. Würselenerstr. gebildeten Ecke wurde der neue Förderschacht angesetzt. Das zentrale Grubengebäude steht heute noch u. fällt durch ein auf die Dachkonstruktion mittig aufgesetztes Türmchen  auf. Die Anlage wurde im Volksmund als "Küllche" bezeichnet. Der Betrieb der Wasserhaltung erfolgte anfangs mit einem Pferde-Göpel u. später mittels Dampfmaschinen.Mit etwas mehr als 50.000 t wurde in den Jahren 1857 u. 58 die höchste Förderrate erreicht. Dies entsprach allerdings lediglich ca. 15% der Gesamtförderleistung des EBV’s. In den 1860er Jahren fielen die Jahresförderzahlen der Atsch auf nahezu 10.000 t ab.1861 schaffte man durch Vortrieb eines Verbindungsstollens den Zugang zum Förderschacht der Grube Probstei, der über einen direkten Eisenbahnanschluß verfügte. Die Atsch erreichte bereits 1860 ihre max. Teufe von 220 m u. wurde im Oktober 1870 auf Grund mangelnder, bauwürdiger Kohlevorräte aufgegeben.
Atscher Mühle: Ehemaliger Industriestandort im heutigen Berthold -  Wollf-Park süd-östl. der Rhenaniastr. mit zwei noch vorhandenen, 1980 restaurierten Glühöfen. Bereits um 1500 hat an der Stelle, wo sich heute die Glühöfen befinden, ein Pumpenhaus gestanden (Atscher Pumpe).  1784 wurde die Wasserkraftanlage zunächst von Johann Peltzer u. später von Matthias Leonhard Schleicher übernommen, der 1810 mit seinen  Söhnen dort die Atsch mit einer Latschmühle u. dem ersten Walzwerk für Messing in Stbg. errichtete. Der Betrieb wurde 1873 zur heutigen Eisenbahnstr. verlegt, wo er sich auch heute noch befindet (Stolberger Metallwerke).  Ebenfalls noch vorhanden ist der Atscher Weiher, der als Stauanlage für das Aufschlagwasser der Atsch diente.Das Gelände wurde 1875 von der Rhenania erworben, die hier, zum Abfüllen ihrer chemischen Produkte,eine Faßbinderei betrieb.
Atscher Pumpe (Atscher Pomp): Pumpenanlage, die ursprünglich im heutigen Berthold-Wolff-Park süd-östl. der Rhenaniastr. nahe der Stelle errichtet wurde, wo die Glühöfen der Atscher Mühle stehen. Die Atscher Pumpe diente der Wasserhaltung für den dort umgehenden Abbau von  Steinkohle u. wurde 1783 in unmittelbarer Nachbarschaft durch eine neue Anlage ersetzt, deren Gebäude heute noch steht.                                                    

Mit freundlicher Genehmigung wurde der bisherige Text der HP des Herrn  Friedrich Holtz entnommen.                              

www.stolberg-abc.de

Schon ab Okt. 1881 fuhr eine Pferdebahn vom Stolberger-Hauptbahnhof  bis zum heutigen Kaiserplatz und später weiter bis Stolberg-Hammer. Die Umstellung von Pferdebahn auf elektrische Strassenbahn erfolgte am 11. Sept. 1897. Etwa ab 1906 war Atsch-Dreieck der Knotenpunkt der  Strassenbahn in Richtung: Aachen, Eschweiler u. Vicht - Zweifall.   Im Jahre 1900 begann man mit dem Bau unserer Pfarrkirche St. Sebastianus , die am 7. Juli 1901 feierlich eingeweiht wurde.

1944 war die Atsch Frontbereich, viele Häuser und auch die Kirche wurden fast völlig zerstört. Im Mai 1949 wurde mit dem Wiederaufbau unserer Kirche begonnen.

Die neue Atscher-Siedlung (H.Lönsstr, Glasstr,Nordstr,A.d. Sandgruben, Weststr, Friedhofstr und obere Sebastianusstr.) wurde 1936 fertiggestellt, später kam noch der Igelweg dazu.

Nach dem 2. Weltkrieg waren die Vereinigte Glaswerke u. die Aktienspinnerei die grössten Arbeitgeber in der Atsch.In der früheren Aktienspinnerei befindet sich heute ein Gewerbepark und in der Hasencleverstr. und Rhenaniastr. haben sich noch weiter Firmen angesiedelt. (Siehe Firmen) 

                 

Bilder zum Vergrössern anklicken.

Bahnhof1.jpg (215817 Byte) Hauptbahnhof-Frontansicht               

Endstation der Straßenbahnlinie. Im rechten Gebäudetrakt des Bahn- hofes befand sich bis Ende der 50er Jahre das Postamt Stolberg 2

Hauptbahnhof

Gesamtansicht mit Gleisanlage.

Bahnhof2.jpg (249813 Byte)
Atsch Dreieck.jpg (220590 Byte) Atsch-Dreieck

Rechts: Restauration Wachtburg

Mitte: Gaststätte Josef Kahlen

Links: Metzgerei Winkhold 

 

Die Produktionsstätte der Firma 

Kali - Chemie in der

Rhenaniastrasse.

 

Kali.jpg (32179 Byte)
Schippan1.jpg (37096 Byte)  

Die Düngerfabrik Schippan

 

 

Die Düngerfabrik Schippan

nach dem großen

 Explosionsunglück 

am 12. April 1920.

Schippan2.jpg (55810 Byte)
Hochwald.jpg (254299 Byte) Gut Steinbachs-Hochwald

bis zur heutigen Zeit ein beliebtes    Ausflugslokal.

Pfarrkirche St. Sebastianus

unsere Kirche nach einem

 Bombenangriff 1944.

PS-Bahn.jpg (53789 Byte)

Die Pferdebahn

fuhr ab Okt.1881 vom Stolberger

Hauptbahnhof bis zum Kaiserplatz

und später bis Stolberg Hammer.

Pfarrkirche St. Sebastianus

unser heutiges Gotteshaus nach dem Wiederaufbau von 1949.

 

Kirche.jpg (425036 Byte)

 

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